Wanderungen rund um Saint-Jean-Pied-de-Port
Vom GR65 bis zu den Weidekämmen Niedernavarras, ein Wandergebiet vom Familienspaziergang bis zur anspruchsvollen Tagestour.
Die Berge hier spielen nicht in der 3.000-Meter-Liga, aber sie haben es trotzdem in sich. Die baskischen Kämme steigen schnell an, bleiben lange ungeschützt und können ihre Laune innerhalb einer Stunde ändern.
Der GR65 nach Roncesvalles, ein Muss
Auch ohne nach Santiago aufzubrechen, ist der Aufstieg über die Route Napoléon eine der schönsten Wanderungen im Baskenland. Man kann einen Teil davon als Tagestour gehen: Bis Orisson hinauf und wieder zurück, so genießt man die Panoramen, ohne die vollen 25 km auf sich zu nehmen.
Für die ganze Etappe bis Roncesvalles lesen Sie unseren ausführlichen Etappenführer: Distanzen, Höhenmeter, Varianten und Zeitraum der Wintersperre.
Der GR10, die Pyrenäendurchquerung
Der GR10 verbindet Hendaye mit Banyuls-sur-Mer und durchquert dabei die ganze Bergkette. Sein baskischer Abschnitt führt über Hirtenpässe, vorbei an Schäfereien und durch Dörfer im Talgrund. Anders als der GR65 hat er es nicht eilig: Er folgt dem Gelände und geht deshalb viel bergauf und bergab.
Eine ausgezeichnete Wahl für alle, die mehrere Tage wandern möchten, ohne den Andrang des Jakobswegs.
Drei leichtere Wanderungen
- Die Zitadelle von Saint-Jean-Pied-de-Port. Zehn bis fünfzehn Minuten Aufstieg von der Altstadt, ein Rundumblick über das Tal. Perfekt am späten Nachmittag.
- Die Rundwege im Talgrund. Rund um Saint-Jean-le-Vieux und Gamarthe verbinden Feldwege die Höfe und Weiler: wenige Höhenmeter, viel Landschaft.
- Am Rand des Weinbaugebiets Irouléguy. Die terrassierten Hänge bieten westlich der Stadt kurze und sehr fotogene Strecken.
Die Kämme Niedernavarras
Sie sind das Markenzeichen der Gegend: lange grasbewachsene Rücken, auf denen Manech-Schafe und Pottoks unterwegs sind, die kleinen einheimischen Pferde, die halbwild leben. Man wandert dort oft ohne Baum und ohne Zaun, mit weiten Blicken über die Pyrenäen.
Diese Routen erfordern Vorsicht: wenige Orientierungspunkte, kein Unterschlupf und Nebel, der innerhalb weniger Minuten alles verschlucken kann.
Wetter und Sicherheit: Was Sie wissen sollten
Die fünf Regeln der Gegend
- Den Bergwetterbericht am Vorabend und am Morgen selbst prüfen.
- Eine Windjacke mitnehmen, selbst im Juli: Auf den Kämmen kann der Wind kräftig sein.
- An Wasser denken. Auf den Kämmen gibt es kaum Möglichkeiten zum Auffüllen.
- Eine Offline-Karte dabeihaben. Der Mobilfunkempfang ist unzuverlässig.
- Die Herden respektieren und Gatter wieder schließen: Das sind bewirtschaftete Weidegebiete, kein Park.
Wer in einer Unterkunft direkt am Fuß der Wanderwege übernachtet, hat viele Vorteile: Man startet früher, kehrt ohne Stress zurück und kann die Tour um einen Tag verschieben, wenn das Wetter umschlägt.
Häufige Fragen
Welche Wanderungen kann man ab Saint-Jean-Pied-de-Port machen?
Den GR65 nach Roncesvalles für eine anspruchsvolle Bergetappe, den GR10, der die Pyrenäen von West nach Ost durchquert, den Aufstieg zur Zitadelle für einen kurzen Spaziergang und die zahlreichen Rundwege über die Weiden und Kämme Niedernavarras.
Muss man erfahren sein, um hier zu wandern?
Das hängt von der Route ab. Die Rundwege im Tal sind für alle machbar. Die Kammwege, vor allem in Richtung Roncesvalles, erfordern eine gute körperliche Verfassung und echte Aufmerksamkeit für das Wetter: Der Nebel zieht schnell auf.
Kann man das ganze Jahr über wandern?
In tieferen Lagen ist Wandern ganzjährig möglich. In der Höhe machen Schnee, Nebel und Wind den Winter und den Frühlingsbeginn deutlich heikler. Die Hochroute nach Roncesvalles ist übrigens vom 1. November bis 31. März auf ihrem spanischen Abschnitt gesperrt.
Wo findet man Karten und GPS-Tracks?
Die IGN-Karten im Maßstab 1:25.000 decken die Gegend ab, und das Tourismusbüro von Saint-Jean-Pied-de-Port hat lokale Wanderführer. Auf den Kämmen ist eine Offline-Karte zuverlässiger als eine reine Online-App.
Wo übernachten in der Gegend?
Die Maison Iturria liegt in Gamarthe, 10 km von Saint-Jean-Pied-de-Port, am Jakobsweg (GR65). Zwei außergewöhnliche Unterkünfte: ein Tipi-Zelt für 5 Personen und eine Hütte für 3, mit Frühstück ab 90 € pro Nacht, und abends ein Gästetisch (Table d'hôtes).
Lust, bei uns in Iturria anzukommen?
Buchungsanfragen erhalten wir am liebsten per E-Mail. Bei Bedarf erreichen Sie uns telefonisch zwischen 10 und 20 Uhr.